Erst mal durchatmen: Eine Ablehnung ist häufig reversibel
Die Ausstellung eines AVGS nach § 45 SGB III liegt im Ermessen der Vermittlungsfachkraft. Das bedeutet auch: Eine Ablehnung ist keine endgültige, unantastbare Entscheidung. Sehr oft scheitert der erste Versuch nicht an Ihrer Person, sondern an der Darstellung – und die lässt sich verbessern.
Wichtig zuerst
Unterscheiden Sie zwischen einer mündlichen Ablehnung im Gespräch und einem schriftlichen Ablehnungsbescheid. Nur gegen einen schriftlichen Bescheid können Sie formell Widerspruch einlegen. Bei mündlicher Ablehnung lohnt sich zunächst ein neuer, besser vorbereiteter Anlauf.
In 5 Schritten zum zweiten Anlauf
- Begründung schriftlich anfordern – Bitten Sie um eine konkrete, nachvollziehbare Begründung der Ablehnung. Erst wenn Sie den Grund kennen, können Sie ihn adressieren.
- Argumentation gezielt überarbeiten – Gehen Sie Punkt für Punkt auf die genannten Gründe ein. Formulieren Sie Ziel, Hemmnis und erwarteten Nutzen klarer und konkreter.
- Eigenbemühungen belegen – Legen Sie eine Liste Ihrer Bewerbungen, Absagen und Aktivitäten vor. Das zeigt Eigeninitiative und untermauert Ihren Bedarf.
- Sachlich eskalieren – Bleibt es bei der Ablehnung, dürfen Sie um ein Gespräch mit der Team- oder Bereichsleitung bitten. Das ist legitim und kein Affront.
- Widerspruch einlegen – Gegen einen schriftlichen Bescheid können Sie innerhalb der in der Rechtsbehelfsbelehrung genannten Frist (i. d. R. ein Monat) schriftlich Widerspruch erheben. Die Behörde muss dann neu prüfen.
Die häufigsten Ablehnungsgründe – und wie Sie sie entkräften
- „Kein konkretes Ziel erkennbar." → Formulieren Sie ein messbares Ziel, z. B. „Vermittlung als … innerhalb von drei Monaten".
- „Zu wenig Eigenbemühungen." → Legen Sie eine dokumentierte Bewerbungsliste vor und erklären Sie, woran es bisher gescheitert ist.
- „Falsche oder unpassende Maßnahmenart." → Prüfen Sie mit uns, welche Maßnahme genau zu Ihrem Bedarf passt, und benennen Sie diese präzise.
- „Nutzen für die Vermittlung nicht erkennbar." → Machen Sie den Zusammenhang deutlich: Welches Hemmnis behebt das Coaching, und warum verbessert das Ihre Chancen konkret?
- „Trägerwahl unklar." → Nennen Sie ICPP Coaching als AZAV-zertifizierten Wunschträger klar beim Namen.
Musterformulierung für den zweiten Anlauf
„Sie haben meinen AVGS-Antrag mit der Begründung … abgelehnt. Ich möchte hierzu ergänzen: Mein konkretes Ziel ist … Mein wichtigstes Vermittlungshemmnis ist … Das Coaching bei ICPP (AZAV-zertifiziert) setzt genau hier an und verbessert meine Vermittlungschancen, weil … Ich bitte Sie daher um eine erneute Prüfung."
Wo Sie zusätzlich Unterstützung bekommen
Sie müssen den Weg nicht allein gehen. Neben unserer kostenfreien Vorbereitung helfen auch Sozialberatungen, Arbeitslosenzentren und – bei rechtlichen Fragen – Fachanwält:innen für Sozialrecht. Viele dieser Angebote sind kostenlos oder kostengünstig.
So bereiten wir Sie auf den zweiten Anlauf vor
Wir schauen gemeinsam auf Ihren Ablehnungsgrund, schärfen Ihre Argumentation und formulieren Ziel, Hemmnis und Nutzen so, dass die Vermittlungsfachkraft sie nachvollziehen kann. Wie der Antrag grundsätzlich abläuft, lesen Sie unter AVGS beantragen; wer überhaupt Anspruch hat, klärt die Seite AVGS-Voraussetzungen.
Häufige Fragen zur AVGS-Ablehnung
Kann ich gegen eine Ablehnung Widerspruch einlegen?
Ja – gegen einen schriftlichen Ablehnungsbescheid innerhalb der in der Rechtsbehelfsbelehrung genannten Frist (meist ein Monat). Die Behörde muss dann erneut prüfen.
Was sind die häufigsten Ablehnungsgründe?
Kein konkretes Ziel, zu wenige Eigenbemühungen, unpassende Maßnahmenart oder ein nicht erkennbarer Nutzen. Fast alle lassen sich mit besserer Vorbereitung ausräumen.
Kann ich den AVGS ein zweites Mal beantragen?
Ja. Ein zweiter Anlauf ist möglich und häufig erfolgreich, wenn Sie die Ablehnungsgründe konkret adressieren.
Wie lange habe ich für den Widerspruch Zeit?
In der Regel ein Monat ab Zugang des schriftlichen Bescheids. Die genaue Frist steht in der Rechtsbehelfsbelehrung.
Hilft mir ICPP bei der Ablehnung?
Ja, kostenfrei. Wir überarbeiten mit Ihnen die Argumentation und bereiten Sie auf das nächste Gespräch vor. Nehmen Sie einfach Kontakt auf.